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20. Der heilige Narr

Was ist aus meinem Wunsch geworden,
Eindruck zu machen?
Was ist aus meiner Angst geworden
vor dem morgigen Tag?
Dieser Wunsch und diese Angst,
sind sie wirklich ganz weg?
Wenn es so ist,
geschah es nicht ohne Hilfe.

Gibt es einen Menschen,
der immer ja sagt,
wenn ein Ja erforderlich ist,
und immer nein sagt,
wenn ein Nein notwendig ist?
Gibt es einen Menschen,
der vollständig gut ist,
oder einen Menschen,
der vollständig schlecht ist?
Es gibt Menschen,
die sich darüber eine Meinung bilden.
Das mache ich nicht mehr.
Meine Meinung lass ich mir vom Wind schenken,
der nach eigenen Gesetzen weht,
oder von den Wellen,
die mit dem ganzen Ozean verbunden sind.

Wie ein Neugeborenes bin ich geworden,
das staunend zum ersten Mal die Welt sieht.
Wie der Mond bin ich geworden,
der nichts besitzt außer dem Licht der Sonne.
Manche Menschen
nennen mich einen Narren,
doch andere Menschen
nennen mich einen heiligen Narren.

Das große Väterliche gibt allen Menschen Halt.
Das große Mütterliche nährt alle Menschen.
Es gibt Menschen, die das nicht beachten.
Ich beachte es und bin dankbar dafür.


27. Der glückliche Narr

Wenn der glückliche Narr durchs Land geht,
so blühen auf seinen Fußspuren die Blumen auf.
Wenn der glückliche Narr ein Haus betritt,
so strömt aus seinen Händen das Wasser der Liebe.
Er besitzt nur wenig.
Wenn er Schönes erlebt,
so freut er sich.
Wenn ihm Schreckliches widerfährt,
so wartet er vertrauensvoll,
was daraus wird.

Alle Menschen, die ihm begegnen,
sind für ihn wertvoll.
Auf alle Dinge, die ihm in die Hände fallen,
gibt er acht.
Wie eine Lerche,
die hoch oben schwirrt und jubiliert,
spürt er den Ursprung von allem.
Er teilt die Menschen nicht ein
in gute und böse,
in anständige und unanständige.
Er kann beraubt werden,
er kann enttäuscht werden,
doch alles das sind für ihn kleine Fische
gegenüber dem unfassbar großen Geschenk des Lebens.


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Hände weg, doch pack an